Die neue Glaubensmap ist veröffentlicht und sollte Thema am Froum werden. Doch anstatt theoretisch über die Map zu sprechen, wollten wir den Teilnehmenden ein Erlebnis schaffen. So haben wir im Vorfeld eine Landschaft gesucht, welche Parallelen zur Glaubensmap aufweist – und wurden fündig. Der Pfäffikersee und seine Umgebung erinnerten uns so stark an die Glaubensmap, dass wir fast überzeugt sind: Der Zeichner muss ihn gekannt haben. So machten wir uns am 4. September mit rund 35 Personen auf eine gemeinsame Wanderung rund um diesen See.
Gottes Fürsorge – schon vor dem Start
Nach einer kurzen Einführung und einem spielerischen Einstieg mit einem Puzzle starteten wir beim Parkplatz Seegräben in der Nähe des Juckerhofs. Nach wenigen Gehminuten erreichten wir unseren ersten Halt bei einem prall gefüllten Picknickkorb. Er diente als Veranschaulichung, dass uns zu Beginn unseres Lebens- und Glaubensweges Gott alles bereitgestellt hat, bevor wir richtig ins Leben starten. Passend dazu wurden wir an dieser Station mit Gipfeli und Kaffee versorgt.
Kleinkind-Phase (0 – 4 Jahre) – Schutz und Geborgenheit
Den nächsten Halt machten wir wenige Meter weiter an einem Ausblick über den ganzen See und in der Nähe einer Baumplantage mit vielen jungen Obstbäumen. Karin hat die kleinen Bäumchen, welche von einem Schutzgitter umgeben und mit einem Pfahl gestützt wurden, mit der Kleinkind-Phase verglichen. Auch unsere Kleinsten benötigen zu Beginn ihrer Lebens- und Glaubensreise Schutz und Sicherheit. So sollten wir als Kirche Rahmenbedingungen schaffen, damit sich die schutzbedürftigen Kleinkinder bei uns sicher und geborgen fühlen. Passend dazu gingen wir auf der nächsten Etappe durch ein wunderschönes Naturschutzgebiet entlang des Sees in vertiefenden Gesprächen.
Kinder-Phase (4 – 9 Jahre) – Spiel, Spass und Freundschaften
Nach der ersten längeren Wanderetappe sprach Nadine beim nächsten Halt mit uns über die Bedeutung von Spiel und Spass in der Kinder-Phase. Für die Kinder ist es entscheidend, dass sie Freundschaften knüpfen und tragende Beziehungen aufbauen können. Das geschieht nicht in erster Linie durch Programmpunkte von vorne, sondern ganz besonders durch Spiel, Spass und gemeinsames Erleben. Wenn Kinder lachen, rennen, basteln, spielen und dabei miteinander Zeit verbringen, entstehen Verbindungen, die oft tiefer tragen als jede Lektion. Als Kirche dürfen wir diese Leichtigkeit nicht unterschätzen, sondern sollten bewusst Räume schaffen, in denen Spiel und Spass einen festen Platz haben – denn genau dort wächst Vertrauen und echte Gemeinschaft.
Preteens-Phase (9 – 12 Jahre) – Brückenbauer
Anhand einer Brücke wurde die Preteens-Phase durch Tobi beschrieben. Preteens stehen in einer Spannung zwischen noch nicht Teenie-, aber auch kein Kind mehr sein. Diese Altersphase geht uns in der Kirche meist etwas unter. Doch in diesem Alter können und wollen die Preteens schon viel mehr, als wir ihnen oft zutrauen. Preteens wollen bereits aktiv einbezogen werden und sich gross fühlen dürfen. Wir fördern dies, wenn wir sie bewusst wahrnehmen, ansprechen, ermutigen und ernst nehmen. Jetzt, wo Eltern nicht mehr die ungebrochenen Helden sind, braucht es parallel stabile Leitende, die ihr Herz gewinnen und Vorbilder sind. Da sie zwischen Ende KidsTreff und dem Start des Teenieprogramms stehen – und viele Kirchen kein spezielles Preeteens Programm anbieten (können) – ist es umso wichtiger, dass Erwachsene, Jugendpastorinnen und Teenieleiter den Blick für diese Altersgruppe schärfen. Preteens brauchen Menschen, die ihnen zutrauen, Grosses zu wagen, und die sie gleichzeitig mit Geduld, Klarheit und Herz begleiten.
Von Herausforderungen in der Teenie-Phase (12 – 15 Jahre)
Der Weg in die Teenie-Phase hinein führte uns auf das Kastel, eine Burgruine, welche etwas erhöht über dem Pfäffikersee liegt. Wir beschäftigten uns dort mit dem Berg der Herausforderungen auf der Glaubensmap. Welche «Ausrüstung» brauchen Teenies im Rucksack ihres Lebens, damit sie in dieser Phase gerüstet sind für die Herausforderungen in diesem Alter? Die Anhöhe lud auch ein für einen Blick in die Ferne. Gestärkt durch ein Brätel-Zmittag ging es in den Nachmittag.
Jugend-Phase (15 – 19 Jahre) – Diskussionen zur Taufe und Inspiration aus Singapur
Die nächste Etappe führte uns in die Jugend-Phase und zur Strandpromenade von Pfäffikon direkt am Seeufer. Hier bot sich eine Vertiefung zum Thema Taufe an, welche auf der Map nahe der Jugendphase gezeichnet ist. In Gruppenarbeiten diskutierten die Teilnehmenden u.a. über die Spannung zwischen einem Taufanlass der im Rahmen der Jugendgruppe gefeiert wird und einem Tauffest für die ganze Gemeinde, oder wie man die Taufe nicht als Bestätigung einer gewissen Glaubensreife, sondern mutigen Start verstehen kann.
Wir fanden auch einen Pavillon am See, ähnlich wie der auf der Glaubensmap, unter dem wir über das Thema GenerationS sprachen. Einige der Teilnehmenden hatten im Sommer die Pastors Conference der Heart of God Church in Singapur besucht. Sie berichteten von den inspirierenden Erlebnissen in der Jugendkirche, welche seit 25 Jahren eine Kultur lebt, in der junge Menschen früh befähigt und freigesetzt werden.
Junge Erwachsene-Phase (20 – 25 Jahre) – Entscheidungen an Lebenskreuzungen
Beim letzten Zwischenstopp, bei Kaffee und Kuchen an einer Weggabelung, nahm uns Josias mit hinein in die Junge Erwachsenen-Phase. Menschen in diesem Alter stehen oft vor wichtigen Kreuzungen und Richtungsentscheidungen – sei es in Ausbildung, Beruf, Beziehungen oder Glauben. Nachdem wir auf der Wanderung bereits viele wertvolle Gespräche geführt hatten, forderte Josias uns zu einem bewussten Perspektivenwechsel heraus: Die nächste Etappe sollten wir in Stille gehen. Dabei stellte er uns die Frage: Was legt Gott dir aufs Herz, wo du dich in der nächsten Zeit in die junge Generation investieren sollst?
Dankbar zurückblicken
Am Ende des Tages blicken wir dankbar auf ein gelungenes Forum Young Generation 2025 zurück. Wetter, Stimmung und Gespräche – alles hat gepasst. Die Glaubensmap konnte nicht nur vertieft verstanden, sondern im wahrsten Sinne des Wortes erlebt werden. Unterwegs entstanden viele wertvolle Begegnungen und Gespräche, gerade auch mit den neuen Young Generation Angestellten, die sich auf diese Weise gut ins Netzwerk hineinfinden konnten.
So bleibt uns die gemeinsame Wanderung um den Pfäffikersee als ein inspirierender Tag in Erinnerung, der Kopf, Herz und Füsse gleichermassen bewegt hat.







